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Alaska – The last Frontier

Aktualisiert: vor 8 Stunden



Was so viel bedeutet wie „die letzte Grenze“ – und genau so hat sich Alaska für uns immer angefühlt: wie ein unerreichbares Reiseziel, fernab jeglicher Zivilisation. Es war so weit weg und dadurch extrem anziehend und exotisch für uns. Als wir unsere halbjährige Reise planten und die Reiseziele besprachen, war schnell klar: Warum nicht jetzt die Chance ergreifen und nach Alaska reisen? Gesagt, getan!


Unsere Route:


Wie bei den meisten Alaska-Reisenden aus Europa beginnt auch unsere Reise mit einem Flug von Frankfurt nach Anchorage. Was viele überraschen mag: Der Flug dauert «nur» 9 Stunden und 50 Minuten, da man einmal senkrecht über die Erde und den Nordpol fliegt. In Anchorage angekommen, werden wir sofort vom typischen Alaska, wie die meisten es in ihrer Vorstellung haben, empfangen. Am Ausgang begrüssen uns ein grosser ausgestopfter Hirsch und ein Eisbär. Ein Anblick, der wohl aus vergangenen Jahrzehnten stammt und uns gerade deswegen besonders gut gefällt.


Leider wird unsere Ankunft ein wenig getrübt: Einer unserer Koffer ist nicht angekommen! Nach dem ersten Schock beruhigen sich unsere Nerven jedoch schnell wieder. Zumal es sich beim fehlenden Koffer um den Koffer des Kleinen handelt, welcher nur wenig Wichtiges (ausser unserem AROMAT) enthält. Wir gehen davon aus, dass er bald wieder auftaucht. (Die Auflösung dazu gibt’s später).


Nun heisst es erst einmal die frische Luft Alaskas schnuppern und unseren Camper entgegennehmen. Wir verlieben uns sofort in unser neues Zuhause auf 6 Rädern und freuen uns auf die kommenden vier Wochen. Die Vermieterin erklärt uns alles rund um den Camper so gründlich, dass selbst wir als Camping-Neulinge sofort zurechtkommen.

In Anchorage verbringen wir noch die erste Nacht in einem Hotelzimmer, um am nächsten Tag unser Camping-Abenteuer zu starten.



Unsere erste Fahrt führt uns in den Süden, nach Seward. Schon auf dem Weg dorthin geniessen wir die ersten Vorteile des Camper-Lebens: Mitten auf der Strecke macht der Kleine sein Mittagsschläfchen und wir beschliessen kurzerhand uns auch gleich dazuzulegen. Inmitten der Natur finden wir ein hübsches Plätzchen und machen ein Nickerchen. Einfach traumhaft, oder? Nach etwa drei Stunden erreichen wir Seward.


Seward


Wenn ihr Alaska aus Filmen kennt, dann wisst ihr genau, wie Seward aussieht. Ein kleines Fischerdorf mit charmanten Holzhäuschen, die sich aneinanderreihen und direkt am Meer liegen. Wir schlendern durch das entzückende Dorf und bummeln durch einige Souvenirläden. Am Pier sehen wir die ersten Fischer, die von ihrem Tag auf See zurückkehren und ihren Fang noch auf dem Steg zerlegen. Das zieht natürlich einige neugierige Tiere an, und so entdecken wir die erste Robbe, die sich die weggeworfenen Fischreste schnappt.



Vom Pier aus könnte man eine fünfstündige Bootstour zu den Gletschern unternehmen, jedoch entscheiden wir uns dagegen, da das für unseren 1 ½-jährigen Sohn wohl zu langweilig wäre. Stattdessen besuchen wir am nächsten Tag den Kenai Fjords Nationalpark und machen eine Wanderung zum Exit Glacier. Die Wanderung ist atemberaubend schön. Der Weg führt durch üppige Wälder und entlang sprudelnder Bäche, bevor die Aussicht sich öffnet und einen ersten Blick auf den majestätischen Gletscher freigibt. Die frische, klare Luft und die unberührte Natur machen diese Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Unterwegs gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, die spektakuläre Ausblicke auf den Gletscher und die umliegenden Berge bieten. Diese Wanderung ist ein Muss für jeden Besucher und absolut empfehlenswert.



Campground: Alice RV Campground (Nicht besonders schön, dafür ruhig, direkt am Meer und in Gehweite zum Pier)



Unsere erste Nacht im Camper


Schon seit wir den Camper zu Hause für unsere Reise gebucht haben, fragen wir uns immer wieder, wie es wohl sein wird darin zu kochen, zu essen und vor allem zu schlafen, immer mit dem Wissen, dass rundherum Bären, Wölfe und Pumas umherziehen.


So machen wir uns am ersten Abend in Seward bereit fürs Bett, nachdem der Kleine bereits seit 2 Stunden schläft. Mama legt sich zum Kleinen ins hintere grosse Bett und Papa legt sich in das Bett über der Fahrerkabine. Wir finden den Moment gerade viel zu aufregend, als dass wir jetzt einschlafen könnten. Ausserdem befinden wir uns so nah am Polarkreis, sodass es draussen auch kurz vor Mitternacht immer noch strahlend hell ist. Wir schauen aus unseren Fenstern raus, reden über das erlebte vom Tag und schlafen irgendwann doch noch glücklich und voller Vorfreude auf den nächsten Tag ein. Am nächsten Morgen wacht einer nach dem anderen auf und wir stellen erstaunt fest, dass wir tief und fest durchgeschlafen haben und es nicht viel anders ist als zu Hause im eigenen Bett. Ein Schritt durch die Tür und schon geniessen wir am Meer unseren Kaffee.


Nach unserem Aufenthalt in Seward machen wir uns auf den Weg zurück in den Norden nach Anchorage, um am Flughafen nach unserem vermissten Koffer zu fragen. Als wir ankommen, wirkt der Flughafen wie ausgestorben. An diesem Tag landet kein einziger internationaler Flug und es herrscht gähnende Leere in den Hallen. Nach langer Warterei und mehreren erfolglosen Gesprächen mit den wenigen anwesenden Angestellten beschliessen wir, unsere Reise vorerst ohne den Koffer fortzusetzen. Gut drei Wochen nach unserer Ankunft, erhalten wir die erfreuliche Nachricht, dass unser Koffer doch noch gefunden wurde.


Unser nächstes Ziel ist ein echtes Highlight unserer Reise: Talkeetna. Wir sind voller Vorfreude und gespannt, was uns dort erwartet.


Talkeetna


Dieses süsse Städtchen begeistert uns von Anfang an. Es wirkt, als sei die Zeit hier stehen geblieben. Alte Häuschen aus Holz, die aussehen wie aus einer anderen Ära und mit Hirschgeweihen verziert sind. Entlang der Hauptstrasse reihen sich einige Souvenirläden und Restaurants aneinander. Man könnte den ganzen Tag hier verbringen, hin und her schlendern und am Ende der Strasse den ersten Blick auf den legendären Denali Berg erhaschen – sofern er nicht von Wolken verdeckt wird.



Während wir durch das Städtchen bummeln, nutzen wir die Gelegenheit, unsere Wäsche in der charmantesten Waschküche, die wir je gesehen haben, zu waschen*. Die Waschküche wird von einem älteren Paar betrieben und es gibt einen extra Raum mit verschiedenen Spielkästen, sodass man sich die Zeit lustig vertreiben kann – oder wahrscheinlicher damit die Kinder währenddessen beschäftigt sind. Nachdem die Wäsche sauber und trocken ist stärken wir uns mit einem der besten Matcha Lattes im Kaffeehäuschen namens "Chaga Tea" und kehren zu unserem Campingplatz zurück.


Der Campingplatz ist ein wahrer Traum. Direkt am Fluss gelegen und vollkommen abgeschieden. Wir geniessen den Abend in der freien Natur, braten köstliche Burger und erleben unser erstes Mal S'mores – und ab diesem Abend wird S'mores unser tägliches süsse Highlight am Lagerfeuer. Für alle die S’mores nicht kennen – man röstet ein Marshmallow und legt es mit einem Stück Schokolade zwischen zwei Kekse. Einfach super-lecker! S’mores ist in den USA so beliebt und hat daher auch seinen eigenen Feiertag.



Empfehlung: Wäsche waschen bei Coin wash Laundry 13476 E 1st St, Talkeetna


Am nächsten Tag brechen wir zum Denali Nationalpark auf. Auf dem Weg dorthin machen wir einen kurzen Stopp bei Wal Mikes, einem kleinen Laden, der eine schier endlose Vielfalt an Waren verkauft. Wir kaufen ein paar Magnete, könnten aber stundenlang im Laden verbringen, da es so viel zu entdecken gibt.



Der Inhaber ist unglaublich liebenswürdig und teilt mit uns faszinierende Geschichten, über das Leben hier draussen in der Wildnis sowie eine spannende Story über einen erfrorenen Mann, den er auf einer Wanderung im eisigen Schnee gefunden hatte. Später stellte sich heraus, dass der Tote ein gesuchter Verbrecher war. Diese Geschichten machen den Besuch noch unvergesslicher. Die restliche Fahrt bis zum Denali Nationalpark geht durch dichte Wälder immer mit der Hoffnung irgendwo bald ein wildes Tier zu sehen.


Denali Nationalpark


Als wir im Denali Nationalpark ankommen, besuchen wir als erstes das Visitor Center um einen Überblick zu verschaffen und uns für den nächsten Tag eine passende Route auszusuchen. Wir entscheiden uns für den «Horseshoe Trail «. Der Rundweg führt uns zum Nenana River und zu einem malerischen See. Der Trail ist nicht zu lang und damit perfekt für unseren Kleinen. Nur selten laufen uns andere Wanderer entgegen, und so fühlen wir uns auch hier fast allein und stark mit der Natur verbunden.



Leider bleibt uns der berühmte Denali Berg verborgen, da es an beiden Tagen, die wir hier sind, bewölkt ist. Trotzdem ist der Denali Nationalpark für uns absolut sehenswert. Es gibt verschiedene Wanderwege, und wir empfehlen, sich bei der Ankunft im Visitor Center zu informieren, da es sonst schwierig sein kann, einen Überblick zu erhalten.


Auch dieser Campground gefällt uns besonders gut - wir sind von Bäumen umgeben und haben unser eigenes Lagerfeuer und Bänke. Die unberührte Natur und die Ruhe hier in Alaska sind einfach mit nichts was wir vorher kannten zu vergleichen.



Auf dem Weg nach Fairbanks machen wir einen Stopp in der 49th Brewery in Healy. Dort steht der Bus aus dem Film "Into the Wild". Habt ihr diesen Film gesehen? Er hat uns zutiefst berührt, daher war es unglaublich beeindruckend, genau an dem Ort zu sein, wo damals Chris Mccandless seinen Trail begonnen hat und den Bus aus nächster Nähe zu betrachten.



Man darf sogar tatsächlich in den Bus hineingehen und sich alles aus nächster Nähe anschauen. Alles ist noch genauso wie im Film. Allerdings handelt es sich nicht um den originalen Bus, dieser befindet sich im Museum der University of Alaska in Fairbanks. Der Bus in Healy ist lediglich das Modell aus dem Film.


Weiter geht’s nach Fairbanks. In Fairbanks füllen wir unsere Essensschränke wieder auf und fahren direkt weiter nach North Pole.


North Pole


Unser Abenteuer in Alaska führt uns in den Ort North Pole, wo wir das legendäre Santa Claus-House besuchen. In diesem zauberhaften Haus finden wir auf einer riesigen Verkaufsfläche eine unglaubliche Vielfalt an Weihnachtsdekorationen und der Weihnachtsmann höchstpersönlich wartet darauf, uns zu begrüssen. Es gibt auch eine Hauseigene Bäckerei, in welcher man sich auch eine warme Schokolade servieren kann. Alles blinkt und leuchtet genau so lieben wir das.



Nur etwa 15 Minuten entfernt liegt unser Campingplatz für diese Nacht, der malerische Chena Lake Campground – zweifellos der schönste Campingplatz, den wir auf unserer gesamten Reise durch Alaska hatten. Wir sind umringt von hohen dichten Bäumen und die Luft ist so frisch, dass man den Geruch der Bäume und Sträucher in der Nase riecht.

Doch am nächsten Morgen erleben wir den Albtraum eines jeden Campers: Wir schliessen uns aus unserem Camper aus! Panik macht sich breit. Zum Glück haben wir unsere Handys bei uns und können sofort unseren Vermieter anrufen und um Hilfe bitten. Glücklicherweise befinden wir uns noch in der Nähe von Fairbanks und so ist Hilfe schnell zur Stelle, und unser Camper wird im Handumdrehen wieder aufgeschlossen. Ein Tipp deshalb von uns: Immer den Schlüssel mitnehmen, sobald ihr den Camper verlasst.


Empfehlung: Santa Claus-House den Weihnachtsmann besuchen und sich einen       Dekoartikel für Zuhause mitnehmen.


Morgen werden wir uns von diesem atemberaubenden Staat verabschieden und bereits die Grenze zu Kanada überqueren. Unsere Reise führt uns weiter zu unserem letzten Campingplatz namens Lake view Campground in Alaska.


Auf dem Weg dahin machen wir einen Zwischenstopp in dem kleinen Städtchen Tok. Dort besuchen wir das bekannte Fast Eddy's Restaurant, wo wir einen der besten Burger geniessen, den wir je hatten (und wir hatten schon sehr viele). Bekannt ist das Fast Eddy’s hauptsächlich bei Truckern und anderen Reisenden, die öfters an Tok vorbeifahren. Das Restaurant verkörpert perfekt das Bild eines klassischen amerikanischen Diners, und das Essen ist schlichtweg fantastisch.



Weit abseits der Strasse erreichen wir unseren Campground am wunderschön idyllischen Yarger See. Vom Stellplatz aus haben wir einen prächtigen Blick auf den See und wenn es ein paar Grad wärmer wäre, könnte man hier super ein wenig darin Plantschen. Das Beste daran? Er ist kostenlos, aber es gibt die Möglichkeit, freiwillig eine Spende in einem Umschlag zu hinterlassen, was wir auch machen.



Am nächsten Morgen starten wir früh in den Tag, denn heute verlassen wir Alaska und beginnen unser nächstes Abenteuer im Land des Ahornblattes, Kanada!


Mit einem weinenden Auge verabschieden wir uns von Alaska, dass uns mit seinen weiten Landschaften, der unberührten Natur und den unglaublich freundlichen Alaskanern tief beeindruckt hat.







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